Die Wirtshauskultur

4 Gedanken zu “Die Wirtshauskultur”

  1. Hallo Lilienbeckers,
    schade, dass Sie das gut funktionierende Beispiel eines genossenschaftlichen Gasthauses in unserer unmittelbaren Nähe, das Gasthaus Krone-Schenke in Unsleben nicht aufgeführt haben. Das älteste genossenschaftliche Wirtshaus, das ich kenne, ist im übrigen um ein Vielfaches älter als Ihre Beispiele, es ist der Zehntkeller in Nordheim a. Main. Und auch gar nicht so weit weg …
    Michael Geier

  2. Sehr geehrte Frau Lilienbecker, sehr geehrter Herr Lilienbecker,
    ich sehe, als Sohn einer Wirtsfamilie, den Sachverhalt in einem anderen Licht. Eine Gastwirtschaft ist ein Knochenjob mit wenig Schlaf. Durch den hohen Arbeitsaufwand ist der Stundenlohn doch eher gering. Wenn man die eigene Krankenversicherung, die hohen Stromkosten für Kühlungen etc., ggf. Mietaufwendungen, Löhne und Sozialleistungen für Angestellte bezahlt hat, bleibt in vielen Fällen sogar ein Negativsaldo übrig.
    Ländliche Gastwirtschaften wurden daher früher meistens im Nebenerwerb betrieben.
    Natürlich kommen weitere Faktoren wie geänderte Lebensgewohnheiten hinzu. Stärkere Alkoholkontrollen auf den Straßen und das Rauchverbot (so richtig wie es ist) haben die
    Situation weiter beeinflusst.
    Aufgrund der Arbeitsbelastung ist ein Familienleben wie man sich das heute vorstellt nicht möglich. Wir hatten damals kein richtiges Wohnzimmer. Das Leben hat sich in der Küche der Gastwirtschaft bzw. sogar im Gastraum abgespielt. Selbst wenn nur ein oder zwei Gäste da waren, musste immer eine Person in der Nähe sein.
    So schade wie es ist, kann ich jeden verstehen, der eine Gastwirtschaft nicht weiterführen will.

    1. Lieber Herr Augustin,
      vielen Dank, dass Sie Ihre Erfahrungen hier eingebracht haben. Da wir selber einmal sechs Jahre lang eine Gaststätte in der Thüringer Rhön betrieben haben, sprechen Sie uns mit dem „Knochenjob“ aus der Seele, zumal wir damals parallel unser Büro für Geographie und Kommunikation mit der Regionalentwicklung noch weitergeführt haben. Wenn man einmal die andere Seite kennengelernt hat, stört einen besonders die Einstellung mancher Gäste, die nicht sehen (wollen), was für eine Arbeit dahinter steckt, grundlos rummäkeln und mit dem Servicepersonal „von oben herab umgehen“.
      Es ist deshalb ein positives Zeichen, wenn sich nun die Bürger wieder für ihre Gaststätte engagieren und die Verantwortung auf mehr Schultern verteilt werden kann.
      Viele Grüße schickt
      Jens Lilienbecker

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